Der 1. Mai, Tag der Arbeit

Der 1. Mai ist für uns ein Feiertag. Manchmal ist er auch gleichbedeutend mit einem verlängerten Wochenende. Alles in allem ist der 1. Mai ein angenehmer Tag.

Die Geburt dieses Feiertags war jedoch, wie alle Geburten, schmerzhaft und blutig. Wussten Sie, dass diese Geburt im Land der Coca-Cola stattfand?

Zurück in das Jahr 1886! Ein allgemeiner Streik! Die Wiege: Chicago.

10.000 Arbeiter versammelten sich vor den McCormick-Fabriken mit einer Forderung, die wir heute als selbstverständlich ansehen: den Achtstundentag. Die Demonstranten trugen als Abzeichen ihrer Forderung ein rotes Dreieck, dessen drei Spitzen 8 Stunden Arbeit symbolisierten, 8 Stunden Schlaf, was 8 Stunden für die Freizeit übrig lässt. Das rote Dreieck wurde später durch eine Blume ersetzt: die Hagebutte. Diese wird später durch eine andere Blume ersetzt: das Maiglöckchen!

Der Streik forderte 25 Todesopfer, davon 10 auf Seiten der Demonstranten und 15 auf Seiten der Polizei.

1889 nahm die Sozialistische Internationale bei ihrem Treffen in Paris den 1. Mai als "Internationalen Tag der Arbeiter" an. Die Geschichte des 1. Mai und seine Symbolik wurden durch die Perversionen des Dritten Reiches geprägt - insbesondere die Bezeichnung "Tag der Arbeit", die aus Gewohnheit und nicht als offizielle Bezeichnung bis heute beibehalten wird - und schließlich wurde der 1. Mai 1947 in Frankreich ein arbeitsfreier und bezahlter Tag.

Der Erste Mai ist heute fast überall in Europa ein gesetzlicher Feiertag, mit Ausnahme der Niederlande und der Schweiz. Auch in Russland, Japan, Südafrika und Lateinamerika wird der 1. Mai gefeiert.

Mehr als ein Feiertag sollte der Erste Mai ein Tag des Gedenkens, der Erinnerung und der Ermahnung an die Menschheit sein.

Was wir heute als Errungenschaft betrachten, ist nicht vom Himmel gefallen, sondern wurde hart erkämpft und mit Blut bezahlt!

Dieser scheinbar banale Feiertag bietet uns die Gelegenheit, den Grill anzuwerfen, ein Fass Bier anzustechen und eine schöne Zeit mit Freunden zu verbringen.

Nur ist der 1. Mai nichts Banales und es ist wichtig, dass wir in Dankbarkeit jenen gedenken, die den höchsten Preis für den sozialen Fortschritt gezahlt haben, der uns kostenlos in die Wiege gelegt wurde.

Damit ihr Opfer nicht umsonst war, sollten wir alle Teil dieser Familie sein, die die Zukunft auf den von unseren Vorvätern gelegten Fundamenten aufbaut, mit Überzeugung, Entschlossenheit und Respekt vor ihren vergangenen Leistungen.

Ihnen allen einen schönen Tag der Arbeit!

Armand Wildanger
Nationalvorsitzender der NGL-SNEP
Am Ersten Mai 2023